Projekt Zeitung in der Schule
Zu Besuch bei den Barmherzigen Brüdern

Meinungen von Schülern zum Projekt
"Zeitung in der Schule"
Informationen zum Krankenhaus der Barmherzigen Brüder "Menschen für die Gesundheit" -
Ein Interview mit dem Prior

Zu Besuch auf der Palliativstation

Eindrücke von Schülern nach dem Besuch Krankenhaus und Kloster - wie passt das zusammen?

Meinungen von Schülern zu ZiS

Mir hat ZiS gut gefallen, weil wir viel von Deutschland und der Welt erfahren haben. Und es hat auch Spaß gemacht, jeden Tag aufs Neue die Zeitung zu lesen.
Michael Köck, 14 Jahre, HS Neutraubling

Ich finde ZiS interessant, weil ich immer auf den aktuellsten Stand der Dinge gebracht werde.
Diana Woloschin, 15 Jahre, HS Neutraubling

Ich finde die ZiS Aktion super, weil man viel über Politik und wichtige Ereignisse erfährt. Wir erfahren auch viel über Geschichten rund um Regensburg, die man so nicht mitbekommen würde.
Patrick Vilsmeier, 14 Jahre, HS Neutraubling

Informationen zum Krankenhaus

Die Barmherzigen Brüder in Regensburg sind das größte katholische Krankenhaus Deutschlands mit 750 Krankenbetten. Eigentümer ist der Orden der Barmherzigen Brüder. Der Name ist ein Volksname, weil die Barmherzigkeit, das Dasein für andere, im Vordergrund steht. Insgesamt besteht die Gemeinschaft aus 12 Brüdern von insgesamt 2200 Mitarbeitern im Krankenhaus. Davon sind 5 Seelsorger, 2 Priester, der Rest Gemeindereferenten. Die Mehrzahl der Ordensbrüder ist zwischen 20 und 30 Jahre alt. Das Krankenhaus ist mit der Kinderklinik St. Hedwig verbunden. Dort werden 3 Stationen durch Seelsorger betreut.

 

Die Barmherzigen Brüder gibt es seit der Mitte des 16. Jahrhunderts. Entstanden ist die Bewegung durch einen einzelnen Menschen, dem Heiligen Johannes von Gott, der in Granada in Spanien Kranke sah und erlebte, wie mit ihnen umgegangen wurde. Er errichtete daraufhin ein Spital, in dem er sich mit besonderer Hingabe den Kranken widmete. Dabei betrachtete er den kranken Menschen in seiner Ganzheit, seinem kranken Körper und seiner kranken Seele und hatte dabei immer im Hintergrund das Evangelium und Jesu Auftrag im Kopf: Kümmert euch um die Kranken, denn der Mensch ist mehr als seine Krankheit. Er hat ein Innenleben mit Leid, Freude, Trost und Enttäuschung – auch er kann krank sein durch das Böse bis in unsere Tage. Von Spanien breitete sich diese Ordensgemeinschaft aus bis in das deutsche Gebiet.
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"Menschen für die Gesundheit“

 

 

Subprior Frater Odo ist der Vertreter des Hausoberen und für das Wohl der Gemeinschaft zuständig. Mit 26 Jahren lernte er die Krankenpflege, was ihm aber nicht ausreichte. Er wollte mit der ganzen Person seinen Dienst verrichten und sich in den Dienst Gottes stellen und innerhalb dieser Gemeinschaft leben.

 

 

Interview mit dem Prior des Klosters, Pater Leodegar

 

 

Pater Leodegar, Prior ist der Leiter der Gemeinschaft und Seelsorger im Krankenhaus. Mit seinen 77 Jahren kann er auf eine reiche Erfahrung zurückblicken. 1953 trat er im Alter von 21 Jahren im damaligen Haus St. Vinzenz in den Orden der Barmherzigen Brüder ein. Nach dem Theologie-Studium wurde er 1965 zum Priester geweiht. Seitdem ist er als Krankenhausseelsorger tätig.

 

Was ist eigentlich das Besondere am Orden der Barmherzigen Brüder? Wo liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit?
Zu den drei Gelübden der Keuschheit, Armut und des Gehorsams kommt noch das vierte Gelübde der Hospitalität hinzu. Im Vordergrund steht dabei die Arbeit für den leidenden Nächsten besonders dort, wo es unbequem wird, für Schwerstkranke und Sterbenskranke. Dies erfordert Opferbereitschaft im Dienst. Die Begleitung der Kranken in der Annahme und im Ertragen ihrer Krankheit steht dabei im Vordergrund. Besonders, wenn der Mensch auf sein Sterben zugeht, erfordert es viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung, dem Kranken zu vermitteln, dass er von Gott in seinen inneren Nöten nicht alleine gelassen wird und er eine Stärkung durch ihn erfährt. Konfession, Nation und Herkunft der Betroffenen spielen dabei keine Rolle. Das geistig-seelische Leben geht in Gott weiter, denn er erwartet uns in seiner Liebe, unser Leben nimmt er in seine Hand. Der Urheber wird unser Leben vollenden. Besonders die Familie und weitere Angehörige gehören zum Sterbenden. Bei ihnen zu bleiben und es mit ihnen auszuhalten, den Dienst aus einem Mitgefühl heraus zu gestalten, steht dabei im Vordergrund.

Jesus Christus ist immer zuerst zu den Kranken gegangen und hat ihre tiefe innere körperliche und seelische Not gesehen. So erteilte er seiner Kirche auch den Auftrag: „Heilt die Kranken und sagt, das Reich Gottes ist nahe.“ Das Heil des inneren Menschen ist ein Geschenk Gottes und deshalb wesentlicher Teil der seelsorgerischen Aufgabe. Auch die Kirche wendete sich den Alten und Kranken zu und trug Sorge für sie. So gehört der Dienst der Nächstenliebe wesentlich zur Verkündigung des Evangeliums und zur Spendung der Sakramente dazu. Bis heute stellen sich Gemeinschaften dieser Aufgabe.

Ein modernes Krankenhaus reicht deshalb nicht aus. So müssen vor allem diejenigen, die am Krankenbett stehen, einen inneren Drang verspüren, Menschen helfen zu wollen und bei den Kranken sein zu wollen, die ihre Hand und ihr Herz brauchen. So findet man auch eine Erfüllung im Leben und Zufriedenheit im Dienst durch das Tun des tätigen Dienstes der Nächstenliebe

 

Kann man einfach so aus dem Orden austreten? Wie sind Sie dazu gekommen, Priester zu werden?
Die Informationssuche dauert 2 Jahre, danach findet der Beitritt ins Noviziat für zwei weitere Jahre statt. Anschließend wird ein Gelübde für 1 Jahr abgelegt, das bis zu 6 mal wiederholbar ist. Danach findet die Bindung für immer statt. Ein Austritt danach ist nur mit Dispens, einer besonderen Erlaubnis des Vatikans möglich.

Im letzten ist es eine Berufung, denn es zieht einen innerlich aufgrund seines christlichen Glaubens zum Nächsten hin. Diese  innere Überzeugung und Sicherheit für die richtige Aufgabe habe ich bis heute. Ich gehe gerne zu den Kranken.

 

Wie gestalten Sie das Krankenhaus mit? Wieviel Patienten betreuen Sie am Tag?
Im Direktorium des Krankenhauses ist neben dem ärztlichen Leiter, Pflegedienstleiter und Geschäftsführer der Verwaltung auch der Prior der Ordensgemeinschaft vertreten. Nach Diskussionen schließt sie mit einem Konsens ab, besonders wenn die Entwicklung des Hauses betroffen ist. Organisatorische Weichenstellungen für neue Stationen müssen dort getroffen werden. Das richtet sich nach dem Bedürfnis des Patienten für Gespräche. Auch ist es wichtig, bei den Angehörigen zu bleiben, wenn Leute sterben. Notfälle gibt es auch nachts, deswegen ist das Handy ein ständiger Begleiter.
Welche Krankheit ist die häufigste?

Was passiert, wenn ein Mensch stirbt?

Es gibt viele Fachabteilungen, auch eine REHA. Besonders ist das Krankenhaus spezialisiert auf Krankheiten aller inneren Organe wie Darm, Herz und Magen.

Der Seelsorger ist anwesend und spendet die Krankensalbung, aber es gibt auch spontane Gebete: „Guter Gott, ziehe den Menschen zu dir hin und schenke ihm das ewige Leben in deiner Liebe.“
 Wie lange wollen Sie noch arbeiten? Was verdient man als Seelsorger?
Solange ich gesund bin Es gibt den normalen Lohn. Alles gehört allerdings der Gemeinschaft, denn sie gibt was ich brauche. Ein kleiner Golf gehört zum Beispiel dazu. Wenn er gerade nicht frei ist, muss ich mit dem Rad fahren.

Geben Sie sich auch irdischen Freuden hin?

 
Auch ich habe 25 Urlaubstage im Jahr und bin während dieser Zeit seit 30 Jahren in Südtirol hoch auf den Bergen.  
Wie verbringen Sie ihren Tag? Ist das Leben im Orden nicht ziemlich langweilig?
Der Tagesablauf gestaltet sich beim gemeinsamen Essen, Gebet und Leben in der Gemeinschaft. Um 6.00 Uhr beginnt der Tag in der Kapelle mit Psalmen und einer Meditation. Die Arbeit schließt sich bis Mittag beim gemeinsamen Essen an. Abends endet der Tag mit einer Eucharistiefeier und gemütlichem Beisammensein. Man fühlt sich wie in einer Familie, freut sich gemeinsam, trägt aber auch Schwierigkeiten und Leiden gemeinsam. Es fällt so viel leichter, die Geschehnisse während des Tages zu verarbeiten. Jedoch geht das Leid auch an den Priestern nicht spurlos vorbei, wie z. B. die Lähmung eines 18-jährigen Patienten Für uns Barmherzige Brüder ist das Leben genauso abwechslungsreich wie für viele andere Menschen. So geht zum Beispiel jeder einem Beruf im Sozialbereich nach. Daneben haben auch die Spiritualität, das Gebet und die persönlichen Aufgaben ihren festen Platz im Tagesablauf. Aber auch für Freizeitaktivitäten und Hobbys ist noch Platz.
Fragen gestellt von der Klasse 9m1, Hauptschule Neutraubling

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Der Klosterbereich

Die Palliativstation - „Nicht dem Leben mehr Tage hinzufügen, sondern den Tagen mehr Leben geben“

Herzlich willkommen in der Palliativstation für unheilbar kranke Menschen, die meist an Krebs leiden und bei denen die moderne Medizin keine Heilung mehr bewirken, jedoch den Tod noch lange hinauszögern kann. Alle elf Einzelzimmer der Station sind belegt, auch mal mit jüngeren Patienten zwischen 40 und 50 Jahren. Nur noch Medikamente, die den Schmerz dämpfen, können gegeben werden. Die Schmerztherapie ist ein Segen für diese Menschen, die hauptsächlich unter Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und großen Ängsten leiden.

 

Mit Hingabe und intensiv kümmern sich gleichzeitig zwei Pfleger um eine alte Frau, die im Rollstuhl sitzt. Von beiden gestützt bewegt sich die alte Dame mit kleinen Tippelschritten in ihr Krankenzimmer. Zu essen bekommen die Patienten das, was sie vertragen und was ihnen schmeckt, außer sie werden mit Infusionen ernährt. Dazu gehört, dass es die einzige Station im Krankenhaus ist, in der nicht ein Mitarbeiter raucht, aber den Patienten das Rauchen erlaubt ist. Da die Patienten nicht mehr lange leben und sie bald Ihre letzte Reise antreten, ist es unwichtig, Ihnen noch das Rauchen abzugewöhnen. Statt dessen sollen ihre letzten Wünsche erfüllt werden. Ein Andachtsraum für gemeinsame Gebete und ein freundlicher Wintergarten schließen die Station ab.
Sabrina Hopp, Gerda Hein, Simone de Melina, Klasse 9m1, Hauptschule Neutraubling
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Im Wintergarten der Station

Eindrücke von Schülern  nach dem Besuch des Krankenhauses

Die Patienten auf der palliativen Station werden sehr gut versorgt und gepflegt, so dass sie eine schöne letzte Zeit haben.

(Patrick Vilsmeier)

Am meisten beeindruckt hat mich, wie viel Zeit die Ärzte mit den Patienten verbracht haben und wie rührend sie sich um die Kranken gekümmert haben.

(Diana Woloschin)

Wie viel Freude die Ärzte und Pfleger an ihrer Arbeit haben.

(Irina Neff)

Immer, wenn ein Mensch stirbt, ist auch ein Seelsorger mit dabei.

(Ehehalt Matthias)

 

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Pater Odo mit seiner positiven Ausstrahlung und lockeren Lebenseinstellung. Am meisten beeindruckt haben mich die Krankenschwestern durch ihre fürsorgliche Arbeit mit den Patienten. Worüber ich mir Gedanken gemacht habe war, ob ich später vielleicht auch mal in einer solchen Station liegen würde.

(Maximilian Reisich)

Mich hat die palliative Station sehr nachdenklich über den Tod gemacht. Was danach kommt, wie ich sterben werde und woran ich sterben werde. Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die wissen, dass sie sterben und trotzdem versuchen, das Beste aus dem Rest ihres Lebens zu machen. Um das zu schaffen muss man eine große Kraft in sich tragen.

(Sabrina Hopp)

Was mich am meisten beeindruckt hat, war, dass sich auf der Palliativstation drei verschiedene Ärzte und Betreuer gleichzeitig um eine todkranke, alte Frau gekümmert haben und mit ihr das Laufen geübt haben.

(Köck, Michael)

 

Brotzeit im Konferenzraum bei einer Butterbreze und einem Glas Orangensaft

Krankenhaus und Kloster – wie passt das zusammen?

 Bestimmt bietet ein modernes Krankenhaus mit bester technischer Ausstattung eine optimale Grundlage zur Versorgung und Heilung von Patienten. Sicher werden auch in anderen Krankenhäusern die Pfleger ihren Beruf sehr gut und gerne ausüben. Den Menschen jedoch in seiner Ganzheit zu sehen und mit innerer Überzeugung und Hingabe aus Liebe zum Nächsten an seiner Heilung mitzuwirken und dabei aus der Kraft Gottes zu schöpfen, ist eine ganz besondere Möglichkeit. Krankenhaus und Kloster sind nicht nur architektonisch miteinander verbunden, sondern ergänzen sich aus diesem Grund in idealer Weise.

Kommentar von Wolfgang Piendl, Klassenlehrer 9m1, Hauptschule Neutraubling

Klasse 9m1, Hauptschule Neutraubling

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