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Junge
Menschen haben zu allen Zeiten ihre Freiräume ausgetestet, Abenteuer im
Rahmen ihrer Möglichkeiten und Anerkennung unter Gleichaltrigen gesucht.
Dass es dabei immer wieder auch zu normabweichendem Verhalten kommt, ist für
die meisten Jugendlichen eine vorübergehende, episodenhafte Auffälligkeit
im Verlauf ihres Entwicklungs‑ und Reifungsprozesses.
Die
Eltern müssen die jungen Menschen in ihrer persönlichen und sozialen
Kompetenz stark machen für ihre individuelle Gegenwart und Zukunft. Die
Schule muss diesen Entwicklungs‑ und Reifeprozess begleiten.
Entscheidend ist, die Jugendlichen davor zu bewahren, strafbare Handlungen
zu begehen, insbesondere in den Bereichen Gewalt, Sucht und Eigentum.
Hier
setzt das Programm PIT ‑ Prävention im Team ein. Es wurde in
Zusammenarbeit der Bayerischen Staatsministerien des Innern und für
Unterricht und Kultus entwickelt und gibt konkrete Anregungen für
gemeinsame Bemühungen von Schule, Eltern, Polizei und anderen Experten.
Ziel ist eine frühzeitige Prävention, sodass man nicht erst im konkreten
Fall ‑ und damit meist zu spät ‑ intervenieren und reagieren
muss.
Gelingen
kann dies alles nur "im Team"
Lebenskompetenztraining
als Grundstein der Präventionsmaßnahmen
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Kinder
und Jugendliche werden in unserer heutigen Gesellschaft immer früher
mit Gewalt, Sucht und normabweichendem Verhalten konfrontiert.
Aggressionen und Gewalttaten in Kindergärten und Schulen nehmen stetig
zu, das Einstiegsalter für Nikotin und Alkohol liegt mittlerweile bei
ca. 10 Jahren.
Es ist
maßgeblich Aufgabe der Schule, junge Menschen auf das (Berufs‑)
Leben vorbereiten. Der Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls und
der Vermittlung persönlicher und sozialer Kompetenzen als sog. Schlüsselqualifikationen
kommen dabei heute eine immer größere Bedeutung zu. Selbstständigkeit,
Team‑ und Kommunikationsfähigkeit, Konflikt‑ und Problemlösungskompetenzen,
Fähigkeit zur Selbstkritik, 10bernahme von Verantwortung haben dabei
einen hohen Stellenwert. Diese Qualifikationen sind nicht nur die Basis
für eine lebenslange Beschäftigungsfähigkeit, sondern vor allem für
ein funktionierendes soziales Zusammenleben.
Das
Grundanliegen von PIT ‑ Prävention im Team ist es, gemeinsam Lösungen
zu erarbeiten und umzusetzen. Das regionale Zusammenspiel von Schulen,
Behörden, Polizei und anderen Präventionsnetzwerken ist dabei von
zentraler Bedeutung.
Als"Corporate
Citizen" trägt die BMW Group auchVerantwortung für die sozialen
und kulturellen Belange der, Gesellschaft, in der sie agiert. Deshalb
setzt sich das Unternehmen im Rahmen seines gesellschaftspolitischen
Engagements seit vielen Jahren u.a. für Gewaltund Drogenprävention
bei Kindern und Jugendlichen ein. Die vorliegende Zusammenarbeit mit den
Bayerischen Staatsministerien des Innern und für Unterricht und Kultus
fügt sich nahtlos in diese Projektreihe ein.
PIT
soll nicht nur die Arbeit der Pädagogen erleichtern, sondern vor allem
dazu beitragen, dass junge Menschen Fähigkeiten erwerben, die es ihnen
ermöglichen, ihr Leben eigenverantwortlich und positiv zu gestalten.
Ernst
Baumann Mitglied des Vorstands der BMW AG Personal‑ und
Sozialwesen
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Steigende
Gewaltbereitschaft und Gewaltausübung sind gegenwärtig eine der
drängendsten Herausforderungen der Gesellschaft – und damit auch ein
Thema an Schulen. Gewalt ist also auch in der Schule, weil sie in der
Gesellschaft ist - nicht umgekehrt, auch wenn durch reißerische
Berichterstattung über Vorfälle an Schulen oftmals dieser Eindruck in
der Öffentlichkeit entsteht. Nicht Gewalt an sich ist das Problem,
sondern wie wir damit konkret umgehen. Genau hier setzt PIT an.
Körperverletzung und
Sachbeschädigungen sind zweifellos die offensichtlichsten
Ausdrucksformen von Gewalt – doch Gewalt hat viele Gesichter: Üble
Schimpfwörter und Beleidigungen, abwertende Äußerungen, böswilliges
Tuscheln, Kichern und Auslachen, spöttische und provozierende Blicke bis
hin zu Mobbing und Erpressungsversuchen. Den Schülerinnen und Schülern
muss bewusst werden, dass Gewalt eben nicht bloß Schläge und kaputte
Gegenstände sind, sondern eine ganze Palette von verschiedensten Formen
beinhaltet, die man möglicherweise gar nicht auf den ersten Blick mit
Gewalt in Ver- bindung bringt. Für Rektor Anton Mangelkramer beginnt
Gewalt bereits beim bösen Wort. Daher wollen Schulleitung und Lehrkräfte
bereits hier aktiv tätig werden und sämtlichen negativen verbalen
Ausdrücken entschieden begegnen. |
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An Fallbeispielen schärfen
die Schüler zuerst einmal ihren Blick für diese verschiedenen Formen der
Gewalt. Sie erhalten zudem die Möglichkeit, über eigene
Gewalterfahrungen – als Täter und Opfer - zu reden.
Was also tun bei Raufereien im Bus oder eskalierenden Streitigkeiten auf
dem Schulweg? Was ist die richtige Reaktion auf ständig wiederkehrende
Gehässigkeiten und Anschuldigungen eines Mitschülers? Wie kann ich mich
davor am besten schützen? Was tun, wenn ich als Mädchen im Bus
übel "angemacht" werde?
Im PIT-Projekt können die Schülerinnen und Schüler in dieser Woche in
Rollen- spielen richtiges Verhalten in derartigen Situationen einüben
und alternative Handlungsmuster konkret erproben. Patentrezepte gibt es
freilich keine, aber die Schüler sollen durch polizeiliche Aufklärung
allemal in ihrem Rechtsbewusstsein sensibilisiert und gestärkt werden
und auch erkennen, welche Sanktionen bei krassem Fehlverhalten die Folge
sind. Die Lehrkräfte erleben immer wieder, dass die Heranwachsenden
bisweilen völlig ahnungslos sind und wie schnell sie sich durch Gewalt
in eine sehr missliche Lage – gerade auch in beruflicher Hinsicht -
bringen. Die Weiterarbeit im PIT-Projekt ist somit wieder ein
wertvoller Beitrag zur Stärkung des friedfertigen Miteinanders an der
Schule, worauf die gesamte Schulgemeinschaft größten Wert legt. |